13.06.2026
Jun 30, 2026
Martin Lacher

Acht Jahre Partnerschaft – Neue Operationssäle in Hawassa feierlich eingeweiht

Acht Jahre Partnerschaft – Neue Operationssäle in Hawassa feierlich eingeweiht
Mit der feierlichen Einweihung neuer Operationssäle und weiterer medizinischer Einrichtungen am Hawassa University Comprehensive Specialized Hospital erreicht ein gemeinsames Projekt der Stiftung Kinderchirurgie und ihrer äthiopischen Partner einen bedeutenden Meilenstein. Die neuen Strukturen werden die kinderchirurgische Versorgung in Südäthiopien nachhaltig stärken.



Aufbauend auf dem ersten Projekt der Stiftung Kinderchirurgie vor acht Jahren war unser Team erneut in Hawassa, um gemeinsam mit unseren langjährigen Partnerinnen und Partnern am Hawassa University Comprehensive Specialized Hospital die kinderchirurgische Versorgung weiter auszubauen und nachhaltig zu stärken.


Im Mittelpunkt des Einsatzes standen komplexe kinderchirurgische Eingriffe sowie die weitere Stärkung der Neonatologischen und Pädiatrischen Intensivstationen (NICU und PICU). Bereits nach einer Ambulanzsprechstunde mit rund 15 Kindern konnten die ersten Operationen durchgeführt werden. Behandelt wurden unter anderem Kinder mit Morbus Hirschsprung, einer Duodenalatresie sowie einer anorektalen Fehlbildung. Besonders eindrücklich war die Versorgung eines erst 22 Tage alten Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von 2,7 Kilogramm, das zum Zeitpunkt der Operation nur noch 1,9 Kilogramm wog.


Ein besonderer Höhepunkt des Einsatzes war die feierliche Einweihung der neuen chirurgischen Einrichtungen am Hawassa University Comprehensive Specialized Hospital.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des äthiopischen Gesundheitsministeriums, der Sidama-Regionalregierung, der Krankenhausleitung sowie zahlreichen Gästen aus dem Gesundheitswesen wurde ein Meilenstein gefeiert, der die medizinische Versorgung von Kindern in Südäthiopien nachhaltig verbessern wird. Eingeweiht wurden unter anderem das neue medizinische Gasversorgungssystem, der zentrale OP-Bereich mit zwei kinderchirurgischen Operationssälen sowie die Neonatologische Intensivstation. Auch der Aufwachraum (PACU – Post-Anesthesia Care Unit) ist bereits erfolgreich in Betrieb. Rund 90 Prozent der technischen Ausstattung sind inzwischen einsatzbereit.

 

Die enge Partnerschaft mit dem lokalen Team war während des gesamten Einsatzes deutlich spürbar. Liebevoll gestaltete Wandgemälde auf der kinderchirurgischen Station und in den Operationsbereichen – geschaffen von einem lokalen Künstler und mit dem Logo der Stiftung Kinderchirurgie versehen – stehen symbolisch für den Stolz und die Hoffnung, die dieses Projekt in der Region verankert hat.


Viele der kleinen Patientinnen und Patienten reisen unter schwierigen Bedingungen aus ländlichen Regionen Südäthiopiens an, oft nach stundenlangen Wegen zu Fuß, auf Motorrädern oder zu Pferd. Diese Begegnungen machen eindrücklich deutlich, wie groß der Bedarf an spezialisierter kinderchirurgischer Versorgung ist und welche Bedeutung nachhaltige medizinische Strukturen für die Region haben.
Trotz der großen Fortschritte bleiben medizinische Herausforderungen bestehen. Insbesondere die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei Neugeborenen während operativer Eingriffe erfordert weiterhin besondere Aufmerksamkeit und kontinuierliche Verbesserung.

Neben der medizinischen Arbeit prägten auch persönliche Momente diesen Einsatz. Luftballons und Fußbälle, als kleine Geste, sorgten bei den Kindern für Freude und Leichtigkeit in einer oft belastenden Situation.

Begleitet wurde der Einsatz zudem von einem Filmteam aus Äthiopien sowie dem Filmemacher Thomas Gonschior aus München, die die Eröffnung der neuen Operationssäle sowie die Geschichten der Patientinnen und Patienten dokumentierten.

Ein besonderer Dank gilt unseren langjährigen Partnern, insbesondere Dr. Wonde (Kinderchirurgie), Dr. Fitsum (Neonatologie und Ärztlicher Direktor) sowie Dr. Ashagre (Kinderchirurgie). Mit ihrer Vision, ihrem Engagement und ihrer Ausdauer haben sie maßgeblich dazu beigetragen, dass aus einer gemeinsamen Idee ein modernes kinderchirurgisches Zentrum entstehen konnte.

Ebenso danken wir unserem Einsatzteam mit der Kinderchirurgin Ina Mimitay aus Köln, dem Neonatologen Rudi Ascherl vom Universitätsklinikum Leipzig und der ehrenamtlichen Helferin Klara Holzey aus Leipzig.


Der Einsatz in Hawassa hat erneut gezeigt, wie viel durch langfristige Partnerschaften, Vertrauen und gemeinsames Engagement erreicht werden kann. Die Einweihung der neuen Einrichtungen steht dabei nicht nur für den Abschluss eines Bauprojekts, sondern vor allem für neue Möglichkeiten und eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von Kindern in Südäthiopien.


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