Hawassa: Der neue OP wird Teil des klinischen Alltags
Die ersten Einsatztage verbrachte PD Dr. Peter Zimmermann in Hawassa am Hawassa University Comprehensive Specialized Hospital (HUCSH) und arbeitete gemeinsam mit Assistant Professor Dr. Wondmagegn „Wonde“ Gizaw Woldesenbet und seinem Team der Pediatric Surgery Unit (20. bis 24. Juli).
Gemeinsam wurden mehrere komplexe kinderchirurgische Eingriffe durchgeführt, darunter Operationen bei anorektalen Fehlbildungen und Morbus Hirschsprung sowie die Versorgung einer komplexen Jejunalatresie. Jede Operation war dabei mehr als ein einzelner Eingriff: Gemeinsam wurde geplant, diskutiert, voneinander gelernt und Wissen weitergegeben. So wächst mit jedem Einsatz nicht nur die Erfahrung des Einzelnen, sondern auch die Stärke des gesamten Teams vor Ort.
Besonders eindrucksvoll war es natürlich, diesmal im neuen kinderchirurgischen Operationsbereich in Hawassa zu arbeiten. Die ersten Operationen fanden dort bereits im Februar 2026 statt, im Juni wurde der neue OP-Bereich feierlich eingeweiht. Nun zeigt sich zunehmend, was hinter dem mehrjährigen gemeinsamen Aufbauprojekt steht: Der neue OP wird Teil des klinischen Alltags und ermöglicht die kinderchirurgische Versorgung unter deutlich verbesserten räumlichen, hygienischen, technischen und anästhesiologischen Bedingungen.
Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft. Aus der gemeinsamen Planung und dem Bau einer neuen Infrastruktur ist eine funktionierende klinische Struktur geworden, die nun dauerhaft genutzt werden kann. Für die Stiftung Kinderchirurgie ist dies ein besonders wichtiger Moment, denn nachhaltige Unterstützung zeigt sich nicht allein darin, was gebaut oder angeschafft wird, sondern darin, dass die geschaffenen Strukturen langfristig im lokalen Versorgungsalltag verankert werden.
Die Zusammenarbeit mit Wonde und seinem Team steht dabei beispielhaft für diesen Ansatz. Ziel ist es nicht, dauerhaft mit internationalen Teams vor Ort zu sein, sondern gemeinsam Wissen und Erfahrung weiterzugeben, lokale Expertise zu stärken und die Voraussetzungen für eine zunehmend eigenständige Versorgung auch komplex erkrankter Kinder zu schaffen.