Konkret unterstützen wir unsere vietnamesischen Kolleginnen und Kollegen bei der chirurgischen Versorgung komplexer Fehlbildungen des Dünn- und Dickdarms. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Anwendung minimalinvasiver, laparoskopischer Techniken, die für die kleinen Patientinnen und Patienten schonendere Eingriffe und bessere Heilungsverläufe ermöglichen.
Neben der operativen Zusammenarbeit ist uns der intensive fachliche Austausch ein zentrales Anliegen. In gemeinsamen Fallbesprechungen, während der Visiten auf der Neugeborenen-Intensivstation sowie in prä- und postoperativen Diskussionen vermitteln wir praxisnahes Wissen und entwickeln gemeinsam tragfähige Behandlungsstrategien. Ziel ist nicht kurzfristige Hilfe, sondern nachhaltiger Wissenstransfer auf Augenhöhe.
Gleichzeitig erleben wir täglich die besonderen Herausforderungen vor Ort. Technologische Ausstattung und Infrastruktur sind mit westlichen Standards nicht vergleichbar. Familien begleiten ihre Kinder oft rund um die Uhr und übernachten in Hängematten direkt im Krankenzimmer, bis eine Entlassung möglich ist. In der medizinischen Versorgung ist Improvisation häufig unvermeidlich – einfache Lampen dienen als Wärmespender für Neugeborene, und auch im Operationssaal sind die Ressourcen begrenzt.
Und doch zeigt sich gerade hier die große Stärke des Engagements vor Ort: Mit Kompetenz, Hingabe und bemerkenswerter Professionalität leisten die Teams Enormes für ihre jungen Patientinnen und Patienten. Im Vergleich zu anderen internationalen Projekten der Stiftung sind die chirurgischen Techniken in Ho-Chi-Minh-Stadt bereits weit fortgeschritten – eine wertvolle Grundlage für unsere gemeinsame Vision: jedem Kind, unabhängig von Herkunft oder Lebensumständen, die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen.