Als sich im Februar 2017 ein internationales Ärzteteam auf den Weg nach Ifunda im Südwesten Tansanias macht, hat sich die Nachricht bereits im ganzen Umland verbreitet – nicht über soziale Medien, sondern von der Kanzel der Dorfkirche. Im Sonntagsgottesdienst hatte der Pfarrer die Ankunft der Ärzte angekündigt. Für viele Familien ist es die einzige Chance auf medizinische Hilfe.
Als Prof. Dr. med. Martin Lacher gemeinsam mit Dr. Gabriel Tewes und einem sechsköpfigen Team am 4. Februar eintrifft, warten bereits zahlreiche Eltern mit ihren Kindern vor dem kleinen Krankenhaus. Einige von ihnen sind bis zu 800 Kilometer gereist – in der Hoffnung, dass ihren Kindern geholfen werden kann.
Die Klinik in Ifunda verfügt zwar über zwei Operationssäle, 18 Betten und engagierte Pflegekräfte sowie Hebammen. Doch es fehlt an ausreichend spezialisierten Ärztinnen und Ärzten. Umso größer ist der Bedarf, als das Team seine Arbeit aufnimmt.
Die Tage beginnen früh und enden spät. Innerhalb von zwei Wochen untersuchen die Ärztinnen und Ärzte insgesamt 363 Kinder, 64 von ihnen werden operiert. Jeder Eingriff bedeutet eine neue Chance – oft unter einfachen Bedingungen, aber mit höchster medizinischer Sorgfalt.
Neben der intensiven Arbeit sind es vor allem die Begegnungen, die diesen Einsatz prägen. Immer wieder möchten sich die Familien für die Hilfe bedanken – mit dem, was sie haben. Vier Hühner, ein Fisch und zahlreiche Eier werden dem Team überreicht. Was auf den ersten Blick schlicht wirkt, ist in Wahrheit ein kostbares Geschenk: Ein Huhn bedeutet Nahrung, Einkommen und ein Stück Sicherheit für eine Familie.
Für Prof. Lacher und seine Kolleginnen und Kollegen sind diese Gesten Ausdruck tiefer Dankbarkeit – und eine eindrückliche Erinnerung daran, wie viel ihre Arbeit vor Ort bewirken kann.
